Du hast WordPress eingerichtet, ein Theme gewählt und die ersten Seiten gefüllt. Danach kommt der Alltag, und die Grundeinstellungen bleiben so stehen, wie sie beim ersten Start waren. Genau dort sitzen die kleinen Zeitfresser, die dich über Monate hinweg Nerven kosten.

Die folgenden sieben WordPress Einstellungen sind jede für sich in wenigen Minuten erledigt. Keine davon verlangt technisches Vorwissen, und keine kostet Geld. Zusammen ersparen sie dir Auffindbarkeitsprobleme, Spam, verpasste Veröffentlichungen und im schlimmsten Fall den Verlust deiner gesamten Website.

Warum die Grundeinstellungen mehr ausmachen als das Theme

Beim Aufbau einer Website geht die meiste Zeit für das Aussehen drauf. Es geht um Farben, Schriften und Bilder. Das ist verständlich, weil du das Ergebnis sofort siehst und weil es Freude macht.

Die Einstellungen dagegen bleiben unsichtbar. Sie entscheiden trotzdem darüber, ob deine Seite überhaupt gefunden wird, ob deine Beiträge zur richtigen Zeit erscheinen und ob du nach einem Fehler wieder online kommst.

Immer wieder überzeugen Websites gestalterisch und scheitern an einer einzigen Grundeinstellung. Das ist zugleich die gute Nachricht, denn solche Fehler sind in Minuten behoben.

  • Permalinks entscheiden, ob deine Adressen lesbar sind.
  • Suchmaschinen-Sichtbarkeit entscheidet, ob du überhaupt gefunden wirst.
  • Zeitzone entscheidet, wann geplante Beiträge erscheinen.
  • Automatische Updates entscheiden, wie viel Wartung an dir hängen bleibt.
  • Kommentare entscheiden, wie viel Spam du wegklickst.
  • Anzeigename entscheidet, was unter deinen Beiträgen steht.
  • Backups entscheiden, ob ein Fehler ärgerlich oder existenziell wird.

Fast alles, worum es hier geht, findest du im linken Menü deines Backends unter Einstellungen. Die wenigen Ausnahmen nenne ich jeweils dazu. Wenn du dich dort noch nicht auskennst, arbeite die Liste einmal mit geöffnetem Backend durch, dann erledigst du die Orientierung gleich mit.

Tipp 01
Auffindbarkeit

Permalinks auf Beitragsname stellen

WordPress vergibt Adressen anfangs häufig als Zahlenkombination, etwa deine-seite.de/?p=123. Menschen erkennen daran nicht, was sie erwartet, und Suchmaschinen erkennen es ebenso wenig.

Unter Einstellungen und dann Permalinks wählst du Beitragsname. Ab diesem Moment heißt dein Beitrag deine-seite.de/wordpress-einstellungen und ist für beide Seiten lesbar.

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Änderst du diese Einstellung später, ändern sich alle bestehenden Adressen mit, und jeder alte Link läuft ins Leere. Wenn deine Website schon länger online ist, brauchst du dafür Weiterleitungen. Nimm dir das also nicht nebenbei vor.

Ist deine Seite noch neu und hat kaum Besucherinnen, stell die Permalinks sofort um. Bei einer eingeführten Website sprich vorher mit jemandem, der Weiterleitungen einrichten kann. Der Aufwand dafür ist überschaubar, das Vergessen dagegen teuer.

Tipp 02
Der teuerste Haken

Den Haken bei der Suchmaschinen-Sichtbarkeit prüfen

Während des Aufbaus setzt man gern einen Haken, der Suchmaschinen bittet, die Seite zu ignorieren. In der Bauphase ist das sinnvoll. Nach dem Start ist es fatal.

Du findest ihn unter Einstellungen und dann Lesen. Steht er nach dem Livegang noch, taucht deine Seite in keinem Suchergebnis auf, egal wie gut deine Texte sind.

Diese eine Zeile erklärt erstaunlich viele Fälle, in denen eine fertige Website monatelang unsichtbar bleibt. Der Blick darauf dauert zehn Sekunden und gehört auf jede Startcheckliste.

Prüfe die Einstellung auch nach größeren Umbauten noch einmal. Wer auf einer Baustellen-Version arbeitet und sie später live schaltet, nimmt den Haken gelegentlich mit hinüber.

Tipp 03
Geplante Beiträge

Die Zeitzone auf deinen Standort setzen

Wenn du Beiträge vorplanst, entscheidet die Zeitzone darüber, wann sie tatsächlich erscheinen. Steht dort noch UTC+0, veröffentlicht WordPress deine Beiträge im Sommer zwei Stunden zu spät.

Unter Einstellungen und dann Allgemein wählst du eine Stadt statt einer UTC-Angabe, zum Beispiel Berlin. Damit wandert auch die Sommerzeit automatisch mit, und du musst zweimal im Jahr nichts nachziehen.

Für alle, die mit einem Redaktionsplan arbeiten, ist das die Einstellung mit dem größten Ärgerpotenzial. Ein Beitrag, der um zwölf statt um zehn erscheint, verpasst genau die Zeit, in der deine Leserinnen online sind.

Kontrolliere nach der Umstellung einen bereits geplanten Beitrag. WordPress rechnet vorhandene Termine nicht immer so um, wie du es erwartest.

Tipp 04
Wartung

Automatische Updates bewusst entscheiden

Kleinere Sicherheitsversionen von WordPress installieren sich von allein. Plugins und Themes tun das nur, wenn du es ihnen erlaubst.

In der Plugin-Übersicht steht hinter jedem Eintrag ein Link, mit dem du automatische Updates einschaltest. Für unkritische Plugins ist das eine echte Entlastung, weil du dich um nichts mehr kümmern musst.

Bei allem, was unmittelbar am Aussehen oder am Verkauf hängt, würde ich es lassen. Dort willst du selbst bestimmen, wann aktualisiert wird, und danach kurz nachsehen, ob noch alles steht.

Tipp 05
Weniger Spam

Kommentare schließen, wenn du sie nicht brauchst

Ein Blog ohne Kommentarbereich verliert nichts, wenn die Gespräche ohnehin auf LinkedIn oder per E-Mail stattfinden. Ein offener Kommentarbereich zieht dafür zuverlässig Spam an.

Unter Einstellungen und dann Diskussion nimmst du den Haken heraus, der neue Kommentare erlaubt. Das wirkt allerdings nur für künftige Beiträge.

Für die bestehenden markierst du in der Beitragsübersicht alle Einträge und schließt die Kommentare über die Sammelbearbeitung. Danach musst du kaum noch Spam wegklicken.

Falls du Kommentare bewusst offen lassen willst, stell wenigstens ein, dass der erste Kommentar einer Person freigegeben werden muss. Damit bleibt die Tür offen, ohne dass Werbung ungefiltert auf deiner Seite landet.

Tipp 06
Auftritt

Anzeigename und Benutzername trennen

Unter jedem Beitrag steht ein Autorenname. Ohne eigene Einstellung ist das dein Benutzername, also genau die Angabe, mit der du dich auch anmeldest.

In deinem Profil unter Benutzer trägst du Vor- und Nachnamen ein und wählst darunter, wie der Name öffentlich erscheinen soll.

Das sieht nicht nur besser aus. Es nimmt zusätzlich jedem, der es auf deine Anmeldung abgesehen hat, die halbe Information.

Sieh dir danach einen veröffentlichten Beitrag im Frontend an. Manche Themes zeigen den Autorennamen an mehreren Stellen, und nicht jede davon greift automatisch auf dieselbe Einstellung zu.

Tipp 07
Der Notfall

Automatische Backups einrichten und einmal testen

Diese Einstellung steckt nicht in WordPress selbst. Sie ist trotzdem die wichtigste von allen, weil sie als einzige einen echten Totalschaden abfängt.

Entweder übernimmt dein Hoster die Sicherung, oder du richtest ein Backup-Plugin ein. Zwei Punkte sind dabei entscheidend: Die Sicherung läuft automatisch, und sie liegt nicht ausschließlich auf demselben Server wie die Website.

Den wichtigsten Schritt lassen viele aus. Spiel eine Sicherung einmal testweise zurück, solange nichts brennt. Ein Backup, das sich im Ernstfall nicht wiederherstellen lässt, ist kein Backup.

Drei Einstellungen, die du besser in Ruhe lässt

Nicht jede Stellschraube in WordPress will bewegt werden. Bei den folgenden drei Punkten richtet ein schneller Klick mehr Schaden an als Nutzen.

Die Website-Adresse unter Einstellungen und dann Allgemein sieht harmlos aus. Trägst du dort etwas Falsches ein, sperrst du dich im schlimmsten Fall aus deinem eigenen Backend aus. Diese beiden Felder ändert man nur mit einem frischen Backup und einem Plan.

Die Startseiten-Einstellung unter Lesen bestimmt, was Besucherinnen zuerst sehen. Ein versehentlicher Wechsel von deiner Startseite auf die Blogübersicht fällt oft erst auf, wenn jemand nachfragt.

Beim Löschen von Plugins verschwinden häufig auch die zugehörigen Daten. Deaktivieren ist der umkehrbare Schritt, Löschen ist es nicht. Wenn du unsicher bist, deaktiviere zuerst und warte eine Woche, ob dir etwas fehlt.

Die Faustregel dahinter ist einfach. Alles, was du unter Einstellungen findest, lässt sich in der Regel zurückdrehen. Alles, was Dateien oder Daten entfernt, nicht.

WordPress Einstellungen: eine halbe Stunde, die dir Monate erspart

Keiner dieser sieben Punkte ist spektakulär. Genau deshalb bleiben sie so oft liegen, denn sie tauchen auf keiner To-do-Liste auf und niemand erinnert dich daran.

Der Unterschied zeigt sich erst über die Zeit. Eine Website mit sauberen Grundeinstellungen läuft leise im Hintergrund, während du an deinem eigentlichen Geschäft arbeitest. Eine ohne kostet dich immer wieder eine halbe Stunde für etwas, das nie hätte passieren müssen.

Nimm dir die Liste einmal vor und arbeite sie von oben nach unten ab. Für die meisten Punkte brauchst du keine fünf Minuten, und beim Backup lohnt sich die zusätzliche Viertelstunde für den Test.

Falls du eine Reihenfolge brauchst: Fang mit dem Haken bei der Suchmaschinen-Sichtbarkeit an, weil er am meisten kostet, wenn er falsch steht. Danach nimmst du dir Zeitzone und Permalinks vor, und zum Schluss richtest du das Backup ein.

Wenn du unsicher bist, ob bei dir alles richtig steht, schaue ich mir das gern an. Beim Website-Check ab 97 € sehe ich mir von außen an, was davon sichtbar ist, zum Beispiel lesbare Adressen, die Sichtbarkeit für Suchmaschinen und den Autorennamen. Einstellungen im Backend wie Zeitzone, Updates oder Backups sind von außen nicht sichtbar. Um Updates und Backups kümmere ich mich in der WordPress-Betreuung.

Dein nächster Schritt

Dir gefällt, was du liest?

Hol dir die kostenlose 5-Stunden-Liste und finde in 15 Minuten die fünf Aufgaben, die du diese Woche abgeben kannst.

Lieber persönlich? Kostenloses Erstgespräch buchen →


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert